die Hypothese 

Thüringen und die Heerwagens |


 

  ..... und so könnte es gewesen sein:

Es gibt historische  Ereignisse, die meine Meinung zur Verbindung der Familien He(e)rwagen aus dem Hegau, Basel und Thüringen verstärken.

Dazu einige Tatsachen:

1.  Das Kloster Paulinzella wurde 1180 nach dem Vorbild der Peter und Paul Kirche in Hirsau  errichtet Der erste Abt und die ersten 10 Mönche wurden aus Hirsau „importiert“. Nach Aussage der Leiterin des Klostermuseums Hirsau, heute Calw, kam zu solchen Aktionen auch eine bestimmte Anzahl gemeiner Menschen, wie Handwerker und Bedienstete mit. Zudem entstand unmittelbar neben Paulinzella der Ort Singen, so, wie die Hauptstadt des Hegau.

2.  Auf dem Grabstein des Günther Heerwagen in Jena befindet sich das Wappen des  Johannes He(e)rwagen  aus Basel als Brisur bzw. Brisüre, wie teilweise Abänderungen eines Wappens innerhalb einer Familie in der Schweiz genannt werden. Demzufolge muß eine verwandtschaftliche Beziehung zwischen beiden bestehen.

Grabstein Günther Heerwagen in Jena

3.  Friedrich Barbarossa  regierte von 1152-1190, ab 1155 war er Kaiser. Barbarossa war bemüht, die Organisation der Reichsministerialität, wie sie sich in der ober- und niederrheinischen Tiefebene bewährt hatte, auf das für ihn. wichtige Gebiet zwischen Leipzig-Hof und Leipzig-Eger zu übertragen. Das Egerland wurde durch seine erste Gemahlin, einer Gräfin zu Vohburg mit in die Ehe eingebracht. Um über die Verbindungswege frei verfügen zu können, begann er, die Gebiete der Reichsdomänen durch Ankauf zu erweitern.  So erwarb er 1157 von dem Bamberger Stiftsvogt Rabodo von Abensberg die drei Grafschaften Pleißen, Leisnig und Colditz. Die Städte Altenburg, Zwickau und Chemnitz gelten seitdem als Reichsstädte, in Altenburg gründete er 1165 als eine große wirtschaftliche Station das Bergerkloster, das 1172 in seiner Gegenwart geweiht wurde. Um 1180 stellte der Kaiser die Kaufleute, die sich in Pegau neben dem Kloster angesiedelt hatten, unter seinen Schutz und bestätigte Ihnen ihre Häuser und Höfe als freien Besitz. Ebenso kamen um 1180  die Stadt Saalfeld mit den Burgen Ranis und Conz in das Eigentum des Kaisers und alle Verwaltungsstellen wurden mit Stauffern besetzt. Das könnte die Zeit gewesen sein, in der die He(e)rwagens aus dem Hegau nach Thüringen gekommen sind. Nur gab es zu dieser Zeit noch keine Familiennamen. Fest steht, dass alle bisher bekannten He(e)rwagens in Gebieten wohnen, die zum Eigentum des Kaisers gehörten.  Viele Monate seines tatenreichen Schaffens hat der Kaiser in sechs verschiedenen Jahren (1165, 72, 80, 81, 83, 88) in Altenburg oder in der nahen Pfalz Kayna verbracht., die wichtigsten Staatshandlungen, wie die Belehnung Bernhards von Askanien mit dem Herzogtume Sachsen hat er hier vollzogen.

(Die Urkunden über das Bergerkloster Altenburg sind gedruckt bei Mencken, Scriptores III, S. 1967f. teilweise auch in C D S I, 2, S.267 f. Nr. 384-386. Leider sind alle drei verstümmelt, 386 gilt außerdem als eine Fälschung aus dem 14.Jhdt. Vermutlich war die echte Urkunde über die Gründung und Einrichtung des Bergerklosters in Verfall geraten und wurde im 14.Jhdt. von den Mönchen nach den alten Trümmern, so gut es ging, neu geschrieben.) *)

*) Mitteilungen Landesverein Sächsicher Heimatschutz Band XIX, Heft 1-2 (1930), S.69 ff.